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2.1.4.2 Azimute, Zenitdistanzen und Richtungssätze (goniometrische Beobachtungen)

Für den extremen Nahbereich ist es oft schwierig, metrische Größen mit ausreichender Genauigkeit zu beobachten. Hier bieten Winkelbeobachtungen eine ausgezeichnete Alternative. Aber auch bei kleineren Bildmaßstäben liefern Winkelbeobachtungen sehr gute Beiträge zur Netzbestimmung.

Azimute gestatten die Einbeziehung von Kreiselmessungen in die Ausgleichung und können zur Orientierung (Datumsfestlegung) eines Netzes benutzt werden.

Zenitdistanzen dienen der Höhenbestimmung. Bei steilen Visuren liefern sie einen erheblichen Beitrag zur Bestimmung der Lagekoordinaten der Punkte. Der hier benutzte Ansatz

Equation preview
(2.1.4/1)

enthält als Korrekturglieder (nicht als Unbekannte) die Erdkrümmung, die Refraktion sowie den Unterschied (i-t) zwischen Instrumentenhöhe und Tafelhöhe.

Im Programm ist für den Erdradius der Wert 6.380.000 m eingeführt. Der Refraktionskoeffizient ist mit 0.13 angesetzt. Wird als Maßeinheit nicht [m] benutzt, so ist der Wert für den Erdradius durch einen Eingabeparameter in der gewählten Maßeinheit festzulegen. Der Refraktionskoeffizient kann ebenfalls durch Eingabe verändert werden. Es ist auch möglich, auf die Korrektur von Erdkrümmung und Refraktion völlig zu verzichten.

Bei Richtungssätzen fallen pro Richtungssatz die Beobachtungen Equation preview an. Die Orientierungsunbekannte des Richtungssatzes R0 mit

Equation preview
(2.1.4/2)

verknüpft die Beobachtungen mit den aus Näherungskoordinaten gerechneten Richtungswinkeln ϕ1 , ϕ2 bis ϕn. Die Orientierungsunbekannte R0 wird von BINGO pro Richtungssatz als zusätzliche Unbekannte in der Ausgleichung mitgeführt. Diese Vorgehensweise gestattet es, für die einzelnen Richtungsbeobachtungen eines Richtungssatzes unterschiedliche Gewichte zu verwenden. Dies kann sinnvoll sein, wenn z.B. ein Ziel sehr schlecht einzustellen ist oder ein einzelner Zielpunkt extrem nah am Standpunkt liegt, so dass aus diesem Grunde die Zielunsicherheit verhältnismäßig groß ist.

Die Gewichte für die geodätischen Beobachtungen werden aus den Standardabweichungen berechnet, die vom Benutzer anzugeben sind.

Manual figure

Abb. 2.1.4-1 Richtungssatz