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9.3.5 Kombinierte Ausgleichung

Um die bestmögliche Genauigkeit und Zuverlässigkeit zu erreichen, ist eine gemeinsame Ausgleichung aller Informationen erforderlich. Neben den bereits genannten Möglichkeiten der Bündelausgleichung, einschließlich Simultankalibrierung und der dreidimensionalen geodätischen Netzausgleichung, beinhaltet die kombinierte Ausgleichung zusätzlich die Einbeziehung weiterer photogrammetrischer Informationen, die Beziehungen zwischen verschiedenen Aufnahmen oder zwischen den Aufnahmen und dem Objektraum herstellen. Solche Beziehungen sind Stereoaufnahmebedingungen, Standpunktbedingungen oder Daten eines im Flugzeug mitgeführten GPS/IMU-Systems (siehe Kapitel 2.1.2). Entsprechende Beispiele stehen in den Verzeichnissen \Bingo\DemoData\Combi_Adj\, \Fairfield\, \IMUdata\ und \UCX_Deventer\.

Diese strenge Form der Ausgleichung kann durch eine herkömmliche Zweistufenausgleichung, bei der in der ersten Stufe die Passpunkte bestimmt werden, die in der zweiten Stufe das Netz stützen, nicht erreicht werden. Dies gilt selbst dann, wenn die Kovarianzmatrix der ersten Stufe komplett in der zweiten Stufe berücksichtigt werden kann. Der verbleibende Mangel besteht mindestens darin, dass die Bildmessungen, die nur in die zweite Stufe eingehen, nicht zur Kontrolle der geodätischen Messungen in der ersten Stufe beitragen können. Somit ist der statistische Test für die Suche nach Datenfehlern weniger präzise. Dieser Nachteil ist in der kombinierten Ausgleichung aufgehoben.