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9.3.3 Kalibrierung einer Aufnahmekamera

Grundsätzlich ist die simultane Kalibrierung des photogrammetrischen Systems die Methode, die die höchsten Genauigkeiten erwarten lässt, da alle lokalen und momentanen Einflüsse der Kamera, der Atmosphäre, der Filmentwicklung, von CCD-Sensor-Deformationen sowie der Bildmessung erfasst werden können. Voraussetzung für die Simultankalibrierung sind eine geeignete Aufnahmeanordnung und ein Mindestmaß an Bildern und Bildmessungen.

Besonders bei sehr kleinen Objekten in der terrestrischen Photogrammetrie sind die Möglichkeiten einer Simultankalibrierung aus ökonomischen Gründen oft nicht gegeben. In solchen Fällen können entweder die Ergebnisse einer vorherigen Testfeldkalibrierung oder Simultankalibrierung in die Ausgleichung eingeführt werden. Entsprechende Beispiele stehen z.B. in den Verzeichnissen \Bingo\DemoData\Simple_AT\, ...\Fairfield\ und ...\UCX_Deventer\.

Für Luftbildkameras können mit BINGO die Kamerakonstante, die Hauptpunktslage sowie die systematischen Bildfehler bestimmt werden. Unter Umständen kommt noch ein Exzentrizitätsvektor e' hinzu (siehe Kapitel 2.1.2).

Sobald kinematische GPS-Beobachtungen der Aufnahmeorte in die Ausgleichung einfließen, sollte der Hauptpunkt der Kamera in jeden Fall als beobachtete Unbekannte an der Ausgleichung teilnehmen.