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10.3 Genauigkeit und Zuverlässigkeit

Als Genauigkeitskriterium ermittelt BINGO für alle ausgeglichenen Unbekannten die Standardabweichungen. Diese Standardabweichungen gelten unter der Voraussetzung, dass das gewählte mathematische Modell zutreffend ist und die Beobachtungen normalverteilt sind. Diese Voraussetzungen sind erfüllt, wenn weder grobe noch systematische Fehler vorliegen und die Gewichtsansätze richtig gewählt sind. Bei hinreichender Überbestimmung ist dies sichergestellt, wenn die in Kapitel 10.2 genannten Prüfungen durchgeführt sind.

Ein weiterer wichtiger Gesichtspunkt für die Beurteilung eines Netzes ist die innere Zuverlässigkeit. Zur Beurteilung der inneren Zuverlässigkeit berechnet BINGO für alle Beobachtungen die Redundanzanteile. Ein Redundanzanteil einer Beobachtung von z.B. 0.6 sagt aus, dass sich 60% eines in dieser Beobachtung eventuell vorhandenen Beobachtungsfehlers in der zugehörigen Verbesserung v zeigen. Der verbleibende Anteil von 40% verfälscht hingegen die Unbekannten des Blockes. Bei einem großen Redundanzanteil ist ein Fehler in der Beobachtung leicht aufzudecken. Bei einem kleinen Redundanzanteil wird dies jedoch oft kritisch.

Haben Beobachtungen Redundanzanteile kleiner 0.001 wird von BINGO eine Warnung gedruckt. Solche Beobachtungen sind nicht kontrolliert. Die Berechnung der Größen w und ∇ ist nicht sinnvoll (vergleiche Kapitel 2.3.2.3).

Bei einer Netzplanung mit Hilfe einer Simulationsrechnung sollte die Netzkonfiguration so gewählt werden, dass die Redundanzanteile den Wert 0.25 nicht unterschreiten. Auf Beobachtungen mit großen Redundanzanteilen über 0.75 kann am leichtesten verzichtet werden, da sie nur wenig Einfluss auf das Augleichungsergebnis haben.