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PARA Parameter zur Programmsteuerung für BINGO

Manual figure

Abb. 6.3-2 Parameter zur Steuerung des Programmablaufs von BINGO.

Spalten

Format

Inhalt/Bedeutung

1-4

A4

PARA

5-10

F5.0

sx' empirische a priori Standardabweichung für Bildmessungen und a priori Standardabweichung der Gewichtseinheit (SXB).

Default: sx' = 0.002

11-15

F5.0

SYF: Faktor für die empirische a priori Standardabweichung der y'-Komponenten der Bildmessungen.

Default: SYF = 1, d.h.: sy' = sx'

Diesen Parameter kann man nicht über die GUI setzen oder ändern, sondern nur in der Datei.

16-20

F5.0

ABIT: Iterationsschranke: Wenn in einer Iteration keine Unbekannte einen Zuschlag > ABIT erhält, ist der Konvergenzpunkt erreicht und es wird nicht weiter iteriert. Der Wert von ABIT sollte kleiner sein als die erwartete Punktgenauigkeit, da sonst die Iteration zu früh beendet wird.

Default: ABIT = 0.01

21-25

I5

MXIT: Maximale Anzahl der Iterationen in der Ausgleichung.

0/-1 :Wird MXIT = 0 in der GUI gesetzt (bzw. auf -1 in der Datei), so erfolgt keine Ausgleichung. Als Verbesserungen werden dann die Widersprüche zwischen den Beobachtungen und den Näherungen der Unbekannten gelistet (vergleiche Kapitel 2.3.2.1).-2 :MXIT = -2 wirkt wie -1, zusätzlich wird jedoch auf das Lesen der Näherungen der Punktunbekannten vom ITERA File verzichtet. D.h., nur die Bildorientierungen werden gelesen. Die Punktkoordinaten rechnet BINGO neu.

In der GUI ist dazu der Button ″Read only photo orient. data″ mit einem Haken zu versehen.

Default: MXIT = 8

26-30

I5

KSNP: Kennung für Data-Snooping und Varianzkomponentenschätzung

0 :Ohne Inversion und Data-Snooping.1 :Mit Inversion und Data-Snooping.2 :Berechnung der vollständigen Inversen zur Deformationsanalyse. Achtung: sehr hohe Rechenzeit bereits bei mittlerer Blockgröße!

Diese Funktion kann nicht über die GUI aktiviert werden, sondern nur in der Datei.

Default: KSNP = 1

31-35

I5

KSIM: Simulationsparameter

0 :Normale Rechnung1 :Simulationsrechnung.

Hierbei wird kein Lösungsvektor berechnet; die Werte der Unbekannten bleiben erhalten.

Zusätzliche Parameter werden ignoriert (siehe Kapitel 2.4.3).

Es wird MXIT=1 gesetzt, es sei denn, MXIT ist auf -1 gesetzt.

Default: KSIM = 0

36-40

I5

ITIO: Eingabe von und Ausgabe auf den ITERA File

0 :Der ITERA File wird nicht benutzt.1 :Lesen vom ITERA File2 :Lesen und Schreiben3 :Schreiben auf den ITERA File

Default: ITIO = 2

Ist ITIO 2 oder 3, werden auch alle Residual-Files geschrieben

41-45

I5

ITPT: Kontrolle der Ausgabe der originalen Passpunktkoordinaten auf den ITERA File

0 :Ausgabe der ausgeglichenen Punktkoordinaten1 :Ausgabe der Eingabekoordinaten auf den ITERA File

Default: ITPT = 0

46-50

I5

FTYP: Parameter zum Aktivieren der freien Netzausgleichung. Siehe Tabelle unten „Wahlmöglichkeiten für freie Netze“. Wertebereich: 0 bis 9.

Default: FTYP = 0

51-55

I5

FPTS: Parameter zur Auswahl der Auffelderungspunkte in der freien Netzausgleichung

1 :Alle Objektpunkte2 :Alle CORD-Statements aus dem GEO INPUT File3 :Alle CONT-Statements aus GEO INPUT File. Die CONT-Statements werden in diesem Fall nicht als Passpunkte wirksam.

Default: FPTS = 1, wenn FTYP > 0

56-60

I5

RECC: Parameter zur Korrektur von Erdkrümmung und Refraktion

0 :Ausgeschaltet1 :Refraktionskorrektur eingeschaltet2 :Erdkrümmungskorrektur eingeschaltet3 :Beide Korrekturen eingeschaltet.

Default: RECC = 0

In der GUI wird RECC durch zwei Checkboxen repräsentiert.

61-65

I5

PNER=1: Parameter zur Suche nach Punktnummerierungsfehlern. Dabei werden alle Punktkoordinaten verglichen und sehr nahe beieinander liegende Punkte gelistet. Weiter werden alle geskippten Bildmessungen daraufhin untersucht, ob eine falscher Punktname vorliegt. Dies gilt nur, soweit die Residuen der Bildmessungen gelistet werden. Zur vollständigen Prüfung aller Bildmessungen wird daher SKIM im LIST-Statement automatisch auf Eins gesetzt.

Default: PNER = 1

66-70

I5

ROBI: Parameter zur Umrechnung der Residuen der Bildmessungen für die Passpunkte in den Objektraum

0 :Ausgeschaltet1 :Eingeschaltet für solche Punkte, die bereits wegen anderer Parameter gelistet werden2 :Für alle Passpunkte eingeschaltet

Default: ROBI = 1

71-75

 

%

76-80

I5

SITE: Ausgabe der Standardabweichungen der Bildorientierungen auch auf die Datei itera.dat.

leer:Keine Aktion1:In jedem ORIA-Statement in der Datei itera.dat werden hinter dem Kameranamen die Standardabweichnungen für das Projektionszentrum und die Orientierungswinkel ausgegeben.

Der Parameter RECC schaltet Korrekturen von Erdkrümmung und Refraktion an den Bildmessungen. Diese Optionen werden jedoch nicht grundsätzlich empfohlen. Zur Korrektur der Refraktion lassen sich mit zusätzlichen Parametern oft bessere Ergebnisse erzielen. Die Erdkrümmung darf eigentlich nicht zur Veränderung der Bildkoordinaten führen, da Luftbilder in jedem Falle korrekt die gekrümmte Erde abbilden. Die Passpunktkoordinaten folgen jedoch dieser Krümmung nicht, wenn es sich z.B. um UTM-Koordinaten handelt. Sie sind „verebnet“, also verfälscht. Die Korrektur der Erdkrümmung muss an den Koordinaten der Passpunkte angebracht werden, wenn besonders hohe Genauigkeitsanforderungen eine solche Korrektur verlangen. Eine „Verbesserung“ an den Bildkoordinaten bedeutet nur das Verlassen strenger mathematischer Methoden.

Zur Steuerung der freien Netzausgleichung gibt die nachfolgende Tabelle an, welche Werte für FTYP möglich sind, und welche Parameter dadurch freie Parameter sind. Dabei bedeuten: X,Y,Z= Lagerung des Objektes, S= Maßstab, Drehungen: Φ um X, Ω um Y, Κ um Z.

FTYP

Anzahl der
freien Parameter

Freie Parameter

1

1

 

 

Z

 

 

 

 

2

2

X

Y

 

 

 

 

 

3

3

X

Y

Z

 

 

 

 

4

4

X

Y

Z

 

 

Κ

 

5

5

X

Y

Z

 

 

Κ

S

6

6

X

Y

Z

Φ

Ω

Κ

 

7

7

X

Y

Z

Φ

Ω

Κ

S

8

3

X

Y

 

 

 

Κ

 

9

4

X

Y

 

 

 

Κ

S

Wahlmöglichkeiten für freie Netze

In den Fällen FTYP=5 und 7 sind Höhenunterschiede als Beobachtungen nur dann erlaubt, wenn der Höhenunterschied im Verhältnis zur Entfernung der Punkte sehr gering ist, weil sonst unerlaubt der Maßstab durch diese Höhenunterschiede bestimmt wird.

Messungstypen

FTYP=

1

2

3

4

5

6

7

8

9

Bildmessungen

+

+

+

+

+

+

+

+

+

GPS-Daten

-

-

-

-

-

-

-

-

-

Passpunkte X Y

+

-

-

-

-

-

-

-

-

Passpunkte Z

-

+

-

-

-

-

-

+

+

Koordinatenunterschiede dX dY

+

+

+

-

-

-

-

-

-

Höhenunterschiede dZ

+

+

+

+

+

-

-

+

+

Strecken

+

+

+

+

-

+

-

+

-

Richtungssätze

+

+

+

+

+

-

-

+

+

Zenitdistanzen

+

+

+

+

+

-

-

+

+

Azimute

+

+

+

-

-

-

-

-

-

Standpunktzentrierungen

+

+

+

+

+

+

+

+

+

Stereobedingungen

+

+

+

+

+

+

+

+

+

Orientierungswinkel ΦΩ

+

+

+

+

+

-

-

+

+

Orientierungswinkel Κ

+

+

+

-

-

-

-

-

-

Kalibrierungsdaten für

+

+

+

+

-

+

-

+

-

Erlaubte Beobachtungtypen für freie Netze

Hinweise zur freien Netzausgleichung

Insbesondere bei sehr kleinen Netzen (nur sehr wenige Punkte) können Probleme auftreten. Die Funktionalität ist in jedem Falle gesichert, wenn ein freies Netz aus mindestens sechs Punkten besteht und mindestens sechs Auffelderungspunkte vorhanden sind. Bei größeren Netzen ist die Funktionalität auch bei drei Auffelderungspunkten gegeben. Sollten bei einer Teilspurminimierung Probleme auftreten, wird empfohlen, alle Punkte als Auffelderungspunkte zu benutzen.

Eine freie Netzausgleichung bewirkt generell nicht die Einpassung eines Netzes auf die Auffelderungspunkte, wenn für FPTS= 2 oder =3 gewählt wurde. Wenn eine bestimmte Lagerung gewünscht ist, wird diese durch eine vorherige oder nachträgliche Transformation erreicht (Programm HEL3D, BINGO-Tools).