GRUP Gruppen von Punkten mit Sondergewichten
Spalten | Format | Inhalt/Bedeutung |
|---|---|---|
1-4 | A4 | GRUP (formatfrei) |
| A | Anfangspunkt (inklusiv) |
| A | Endpunkt (inklusiv) |
| F | Faktor für sx' und sy' |
Durch eine untere und eine obere Grenze wird mit dem GRUP-Statement ein Punktnummernbereich definiert. Die Bildmessungen aller Punkte, deren Namen in diesen Bereich fallen, werden zu einer Gruppe mit einem Sondergewicht zusammengefasst. Die a priori Standardabweichung dieser Bildmessungen berechnet sich aus sx' (siehe PARA-Statement) multipliziert mit dem angegebenen Faktor dieser Gruppe. Eine solche Gruppenbildung ist notwendig, wenn in die Bündelausgleichung Punkte mit unterschiedlicher Ansprechgenauigkeit einbezogen werden sollen. Die daraus resultierenden unterschiedlichen Messgenauigkeiten sind dann durch unterschiedliche Faktoren zu berücksichtigen (vergleiche Kapitel 3.5).
Handelt es sich z.B. bei den meisten Bildpunkten um signalisierte Punkte, zusätzlich um einige natürliche Punkte und des Weiteren um einige weniger gut einstellbare Punkte, auf die jedoch in der Ausgleichung nicht verzichtet werden soll, so kann folgende Gruppenbildung erfolgen:
- Gruppe 1 : für nicht signalisierte Punkte
- Gruppe 2 : für weniger gut einstellbare Punkte
Alle Punkte, für die kein Bereich in einem GRUP-Statement definiert wurde, erhalten kein Sondergewicht. Für sie gilt die mit dem PARA-Statement angegebene a priori Standardabweichung für Bildmessungen (Faktor = 1.0). In diesem Beispiel wären das die signalisierten Punkte.
Die GRUP-Statements werden von BINGO entsprechend der Eingabereihenfolge durchnummeriert. In einem Datensatz dürfen bis zu drei GRUP-Statements enthalten sein, so dass insgesamt vier Gruppen gebildet werden können.
Die gebildeten Punktnummernbereiche dürfen sich gegenseitig überlappen. Fällt ein Punkt in mehrere Bereiche, so wird er der Gruppe mit der niedrigeren Gruppennummer zugeordnet. (Die Nummerierung erfolgt in der Reihenfolge der Eingabe.)
Die empirischen Standardabweichungen a priori der Bildkoordinaten werden mit dem Faktor der Gruppe multipliziert.
Beispiel:
Dieses Statement erlaubt zusätzlich die Definition von Ringen, begrenzt durch Bildradien, für separate Varianzkomponentenschätzung. Es müssen mindestens 6, höchstens 10 Werte angegeben sein. Eine solche Eingabe überschreibt die im Programm gesetzten Default-Werte für die acht radialen Bereiche mit gleicher Anzahl von Bildmessungen.
Beispiel: GRUP 20.0 35.0 50.0 65.0 80.0 95.0 115.0